Freiwillige Feuerwehr Herzogenaurach e.V.

Wenn Feuerwehren zu einem Einsatz müssen, kommt es immer wieder vor, dass Pkw die Ein- oder Zufahrten blockieren.
Dabei gehen wertvolle Minuten für die Rettung verloren. Auch in Herzogenaurach parken nicht alle dort wo sie dürfen.

vom 11. Januar 2006  von MICHAEL BUSCH

Herzogenaurach — „Mensch verbrannte, weil Feuerwehr wegen zugestellter Wege nicht zum Einsatzort kam.“ Eine erschreckende Nachricht, die es glücklicherweise in Herzogenaurach so noch nicht zu lesen gab. Dies liegt allerdings nicht daran, dass in der Stadt jeder Autofahrer sich an die Regeln hält, vielmehr hat Fortuna ihre Hände im Spiel gehabt, so dass es zu diesem Problem noch nicht gekommen ist.
Rücksichtsloses Parken ist immer noch einer der Hauptursachen für verzögerte Rettungseinsätze. Durch rücksichtsloses Parken in Feuerwehranfahrtszonen, in und vor Feuerwehrzufahrten, in engen Straßenzügen und an engen Straßeneinmündungen sowie durch Behindern der Einsatzfahrzeuge bei Alarmfahrten, kann äußerst wertvolle Zeit für die Rettung von Menschenleben verloren gehen.
„Baulich haben wir hier weitgehende keine Probleme“, bekennt der Kommandant der Herzogenauracher Feuerwehr Siggi Sendner. Der eine oder andere unvernünftige Autofahrer sei eher mal ein Problem. Dem versuche die Feuerwehr allerdings von vornherein entgegen zu treten, indem sie wenn es möglich ist den Einsatzort von mehreren Seiten anfahre. Wenn der gesamte Löschzug ausrücke, gebe die Mannschaft des ersten Fahrzeuges sowieso per Funk an die anderen Einsatzkräfte den Hinweis, falls eine Straße unpassierbar sei.

Gegebenenfalls, so der Experte der Polizei für den Straßenverkehr, Helmut Bednarzig, dürfe die Feuerwehr mit ihren Lkw die störenden Fahrzeuge einfach auf die Seite schieben. „Natürlich kommt es auf die Verhältnismäßigkeit an“, so der Polizist. Das heißt bei einer Katzenrettung vom Baum werde es nicht zur beabsichtigten Karambolage kommen, sollten allerdings Menschen bei einem Brand gefährdet sein, dann wird Gas gegeben. Und wenn ein Pkw oder anderes Fahrzeug in diesem Falle im Weg gestanden hat, kommt dessen Besitzer sogar für den gesamten verursachten Schaden auf. Abgesehen davon kann es für den Einzelnen richtig teuer werden, da der Versicherungsschutz entfallen kann – und so ein Löschfahrzeug kann kräftig zu Buche schlagen. Bednarzig erklärt, dass die Polizei bei ihren Streifen auf solche potenziellen Gefahrenherde natürlich ein Auge werfe. In der Regel reiche es aus eine Verwarnung auszusprechen, da die Autos nur falsch stünden, ein Durchkommen aber noch möglich sei. Wenn eine Aus- oder Einfahrt, ein Zufahrtsweg allerdings so zugestellt sein sollte, dass die breiten Lkw nicht mehr durchkommen, dann kann auch mal „präventiv“ abgeschleppt werden.
Enge Stellen werden überprüft Diese Ecken seien allerdings nicht wahllos herausgesucht. Wenn es zu der Beobachtung kommt, dass es mal eng werden kann, dann wird zusammen mit der Feuerwehr „Test gefahren“, das heißt der Fahrer versucht mit dem Einsatzfahrzeug um die Ecke zu kommen. Sollte dieser feststellen, dass dies nicht mehr möglich sei, wird darauf eingewirkt, dass eine neue Beschilderung klar regelt, dass dort nicht mehr gehalten oder geparkt werden darf. So zum Beispiel geschehen an der Ecke Schönbornstraße und Peter-Vischer-Straße oder bei der Zufahrt zur Skaterbahn. Und was ist nun richtig, wenn es keine Beschilderung gibt? Denn was viele nicht wissen, auch dort kann das Abstellen von Fahrzeugen unzulässig sein. Das gilt zum Beispiel wenn durch ein abgestelltes Fahrzeug eine Restbreite von weniger als drei Metern bleibt. Die Feuerwehr bittet daher: Parken mit Verstand, denn falsches Parken kann tödlich ausgehen. Und jeder, der in eine Notsituation kommt ist sicher froh, wenn die Helfer schnell zu ihm gelangen. So benötigt zum Beispiel eine Drehleiter der Feuerwehr einen Wendekreis von 21 Metern. Dies ist der Grund warum so manche Plätze und Zufahrten per Schild als Rettungsweg gekennzeichnet sind, wo der Pkw- Fahrer sich manchmal über die sehr breiten Streifen wundert.
Vernunft ist gefordert Dies ist in der Regel bei Hochhäusern und Kliniken der Fall. Und noch eine interessante Zahl: Ein Löschzug der Feuerwehrmit seinen vier Fahrzeugen benötigt in einer zugeparkten Straße zum Wenden mindestens drei Minuten Zeit. Auch wenn es aus der Sicht der Pkw-Lenker oft nicht erkenntlich sei, warum die Schilder manche Stellen kennzeichnen, aus Sicht der Feuerwehr, der Sanitätskräfte und der Polizei, sind diese Schilder berechtigt und verlangen Beachtung.
Mehr Informationen zu diesem Thema bietet eine Broschüre des Bezirks Feuerwehrverband Mittelfranken.