Freiwillige Feuerwehr Herzogenaurach e.V.

Die Herzogenauracher Feuerwehr rückte gestern mit elf Fahrzeugen zum Hochhaus in der Bamberger Straße aus. Diesmal glimmte nur ein Holzbrett und sorgte für viel Qualm. Der Kommandant dachte aber sofort an den Einsatz im letzten Oktober, als an gleicher Stelle 22 Bewohner evakuiert werden mussten.

ftlogo small vom 11. September 2014 von Bernhard Panzer

FT-2014-09-10Als Feuerwehr-Kommandant Rainer Weber gestern kurz nach halb zwei Uhr am Nachmittag den ersten Löschzug in die Bamberger Straße geschickt hatte, zögerte er keinen Moment. Sofort wurde nachalarmiert, also um eine Meldeschleife erhöht. Das bedeutet: Alles, was die Herzogenauracher Wehr an Einsatzfahrzeugen aufzubieten hat, rückte aus. Mit Niederndorf und Hauptendorf waren letztlich elf Fahrzeuge vor Ort. Dass der Einsatz dann glimpflich verlief, sorgte für große Erleichterung. Weber hatte noch das Szenario vom letzten Großeinsatz an gleicher Stelle im Kopf, also im Hochhaus an der Bamberger Straße mit knapp hundert Bewohnern. Damals, im Oktober 2013, mussten nach einem Wohnungsbrand 22 Menschen evakuiert werden, drei davon über die Drehleiter.

Gestern konnte nach den ersten angestrengten Minuten schnell Entwarnung gegeben werden. Und auch die angespannten Mienen der Passanten hellten sich schnell auf. Wirkte der Rauch, der aus einem offenen Fenster einer Wohnung im sechsten Stock des hinten liegenden Trakts drang, doch durchaus bedrohlich.

Passiert war indes nicht viel. Ein verbranntes Schneidbrett aus Holz, das auf dem Herd lag, hatte eine Menge Qualm verursacht und den Rauchmelder in der Wohnung anschlagen lassen. Vorausgegangen war laut Polizei wohl ein technischer Defekt im Herd. Das Piepsen hörten die Nachbarn, die auf dem Weg zu einem Spaziergang waren. Und sie nahmen Schmorgeruch wahr, wie Kommandant Weber erläutert. Ergo: Man musste von einem ernsteren Vorfall ausgehen. Auch wusste niemand, ob sich noch jemand in der verrauchten Wohnung aufhielt. Doch die Bewohner, ein älteres Ehepaar, waren nicht zuhause.

Der Rest ging flott. Mit einer Kettensäge schnitt ein Feuerwehrmann die hölzerne Wohnungstüre auf. Mit wenigen Litern Wasser wurde das qualmende Stück Brett gelöscht. Dann ging es ans Lüften: Mit einer Maschine wurde der Rauch durch das Fenster ins Freie geblasen, so dass das Treppenhaus oder andere Wohnungen nicht verqualmt wurden. Der Schaden blieb dadurch minimal, sagte Rainer Weber. Und Polizeichef Norbert Hacker ergänzte: „Das Lüften war die Hauptarbeit.“

Der Feuerwehr-Kommandant wies auf den günstigen Umstand hin, dass die Wohnung über einen Rauchmelder verfügte, der dann ja auch rechtzeitig bemerkt wurde. Wer weiß, welch Schaden sonst entstanden wäre. Auch für Personen. Immerhin sind 99 Menschen in dem Hochhaus gemeldet.
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