Freiwillige Feuerwehr Herzogenaurach e.V.

Erlangen-Höchstadt / Uttenreuth (DB3). Nach den heftigen Gewittern vom vergangenen Sonntag und Montag wurde der Landkreis am 02.08.2014 erneut von Sturm, Hagel und Starkregen getroffen. Auch dieses Mal standen die Gemeinden im Schwabachtal wieder im Zentrum des Geschehens, besonders die Gemeinde Uttenreuth.

kfv Pressestelle KFV-ERH vom 03. August 2014 von Stefan Brunner

Die kurz vor 17:00 Uhr aufziehenden schwarzen Gewitterwolken hatten nichts Gutes erahnen lassen, und bereits wenige Minuten nach der offiziellen Unwetterwarnung prasselten Starkregen und Hagel auf Erlangen und insbesondere die östlich davon gelegenen Gemeinden nieder.

Innerhalb weniger Minuten gingen bei der Integrierten Leitstelle Nürnberg eine Vielzahl von Notrufen ein: Wasser- und Schlammmassen hatten unzählige Keller gefüllt und Straßen überflutet, im Uttenreuther Ortsteil Weiher lagen Hagelkörner bist zu einem Meter hoch in Straßen und Gärten. Dazu hatte der Sturm Bäume geknickt und Dächer beschädigt. Zusätzlich lösten aufgrund der Wasserschäden in verschiedenen Gebäuden Brandmelde- und Gaswarnanlagen aus.

Aufgrund des zu erwartenden hohen Einsatzaufkommens und der daraus resultierenden Überlastung des Funkverkehrs trat in Uttenreuth die Einsatzleitung zusammen. Die Integrierte Leitstelle Nürnberg schickte deshalb alle Hilfeersuchen der Bürger per Fax in das dortige Gerätehaus, wo diese von den Führungsdienstgraden und der Unterstützungsgruppe „Örtliche Einsatzleitung" des Landkreises gesichtet und nach Einsatzart und Dringlichkeit beurteilt wurden. Die Einsätze wurden dann den dort eintreffenden Feuerwehren und dem Technischen Hilfswerk zugeteilt. Zudem wurde der Funkverkehr, der normalerweise im Landkreis und der Stadt Erlangen auf dem gleichen Kanal erfolgt, auf zwei unterschiedliche Frequenzen aufgeteilt, da auch in Erlangen eine Vielzahl von Rettungskräften im Einsatz waren.

In Bubenreuth wurde das Sandsack-Logistikteam des Landkreises aktiviert, die innerhalb kurzer Zeit mehrere Paletten und Gitterboxen mit Sandsäcken bereitstellte und auf LKW´s des THW verlud, die diese an die Einsatzstellen brachten.

Von den 350 Einsätzen im Leitstellenbereich Nürnberg anlässlich dieses Unwetters waren im Landkreis Erlangen-Höchstadt über 160 abzuarbeiten, der größte Teil davon in Uttenreuth und Weiher. Dazu wurden neben der örtlichen Wehren auch weitere Kräfte aus dem gesamten Landkreis mit ihren Schmutzwasserpumpen und Wassersaugern nachalarmiert, wobei darauf geachtet wurde, dass die Gebietsabdeckung und Einsatzbereitschaft in allen Dienstbereichen trotzdem gesichert blieb.

Allein für den Bereich Uttenreuth kamen 20 Feuerwehren des Landkreises Erlangen-Höchstadt, vier freiwillige Feuerwehren der Stadt Nürnberg sowie der THW-Ortsverband Baiersdorf mit zusammen 305 Helfern zum Einsatz. Die Bereitschaft 2 des BRK Erlangen stellte deren Versorgung mit Getränken und Essen während kurzer Pausen sicher.

Bis gegen Mitternacht war der Großteil der Einsätze dann abgearbeitet, und die überörtlichen Wehren konnten die Heimfahrt antreten. Gegen 23.00 Uhr beendete auch die Einsatzleitung in Uttenreuth ihre Tätigkeit und gab die weitere Abwicklung der noch wenigen verbliebenen Einsätze wieder an die Glossary Link ILS Nürnberg und die örtlichen Wehren zurück.

Aufgrund der urlaubsbedingten Abwesenheit vieler Hausbesitzer dürften nach deren Rückkehr wohl auch die nächsten Tage noch einige Einsätze anfallen, sobald diese mit den unliebsamen Hinterlassenschaften des Unwetters in ihren Kellern konfrontiert werden.