Freiwillige Feuerwehr Herzogenaurach e.V.

22 Bewohner eines Gebäudes in der Bamberger Straße mussten evakuiert werden. Drei Menschen wurden mit der Drehleiter von einem Balkon gerettet. Das Feuer war in einer Küche ausgebrochen.

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Ein nächtliches Feuer in einem Hochhaus in der Bamberger Straße löste einen Großeinsatz der Rettungskräfte aus. Die Bewohner von zwei Stockwerken mussten evakuiert werde. Drei Menschen wurden über die Drehleiter von einem Balkon im siebten Stock gerettet. Zerstört wurde eine Wohnung, alle weiteren auf der gleichen Etage wurden durch die starke Rußbildung in Mitleidenschaft gezogen. Die Feuerwehr schätzt den Schaden auf 50 000 Euro.

Der Brand wurde um 2.17 Uhr gemeldet. Das Feuer in dem achtstöckigen Wohngebäude mit insgesamt 32 Wohnungen entstand nach Mitteilung der Polizei in der Küche einer Wohnung im siebten Stockwerk, Ursache unklar. Zu diesem Zeitpunkt hielten sich in der Wohnung der 62-jährige Mieter, dessen 58-jährige Frau und die beiden Enkelsöhne im Alter von 13 und 14 Jahren auf.

Flucht auf den Balkon

Während dem Großvater vor dem Feuer noch die Flucht ins Treppenhaus gelang, wie die Polizei berichtet, konnten die Großmutter und beide Enkelsöhne nur noch auf den Balkon flüchten. Alle drei Personen wurden von dort mit der Drehleiter von den Einsatzkräften der Feuerwehr geborgen. Mit leichten Rauchgasvergiftungen wurden Großeltern und Buben nach der Erstversorgung vom Rettungsdienst in die medizinische Notfallaufnahme nach Erlangen gebracht.

Wie Thomas Heideloff vom BRK-Rettungsdienst berichtet, waren aber noch wesentlich mehr Menschen zu betreuen. Weitere 22 Personen mussten aus den gefährdeten Stockwerken des Hauses evakuiert werden, teilweise mit Fluchthauben. Sie wärmten sich in Mannschaftstransportwagen der Feuerwehr Niederndorf und des Technischen Hilfswerkes Baiersdorf auf, bis sie nach Abschluss der Löscharbeiten wieder in ihre Wohnungen zurück kehren konnten.

Im Rotkreuz-Heim in Herzogenaurach wurde vorsorglich eine Betreuungsstelle eingerichtet; für Bewohner, die nicht mehr in ihre Wohnungen zurückkehren konnten, berichtet Heideloff. Nachdem die Betroffenen auf die Wohnungen von Verwandten und Bekannten verteilt waren, wurden noch zwei Hausbewohner in der Betreuungsstelle aufgenommen und dort bis zum Sonntagmorgen betreut.

Nach Aussage der Polizeibeamten vor Ort stand noch nicht fest, ob es sich bei der Brandursache um einen technischen Defekt oder um Fahrlässigkeit handelt.

Die Meldung der Integrierten Leitstelle lautete zunächst: "Bamberger Straße Herzogenaurach, Brand in einem Hochhaus, Menschen in Gefahr". Das ließ ein Großaufgebot an Rettungskräften anrücken. Als die binnen weniger Minuten eintreffenden Kräfte der Herzogenauracher Feuerwehr die starke Rauchentwicklung sahen, erhöhte Kommandant Matthias Rocca umgehend die Alarmstufe und ließ weitere Einsatzkräfte nachalarmieren. Es galt die Alarmstufe B6.

Das waren die Wehren aus Hauptendorf, Niederndorf, Falkendorf, Burgstall und Steinbach. Weiterhin waren Kräfte des THW und durch die schnelle Einsatzgruppe des BRK und ASB vor Ort. Außerdem wurden mehrere Rettungswagen, Krankentransportwagen und ein Notarzt in die Bamberger Straße beordert. Dank des professionellen Einsatzes und schnellen Eintreffens der Feuerwehr konnte sich das Feuer nicht weiter ausbreiten blieb auf die betroffene Wohnung beschränkt. Immerhin befinden sich in dem Hochhaus 32 Wohnungen.

90 Wehrleute im Einsatz

An der Bamberger Straße waren insgesamt 90 Feuerwehrleute mit 15 Fahrzeugen im Einsatz. Dazu kamen Rettungswagen und ein Notarzt sowie ein Einsatzleiter des Rettungsdienstes. Die Einsatzstelle wurde von der Feuerwehr und vom Technischen Hilfswerk ausgeleuchet.

Ein Augenzeuge berichtete, dass sich das in der Küche entstandene Feuer durch die ganze Wohnung gefressen habe. Dort, wo mal der Herd stand, sei nur noch ein Häufchen mit einem halben Meter Höhe übrig geblieben. In den Küchenschränken hielt sich nach dem Löschen die Glut, wurde aber rechtzeitig bemerkt. Gesucht wurde auch mit der Wärmebildkamera.

Auch die unter der Küche liegenden Wohnungen wurden offenbar stark beschädigt. Dort soll das Löschwasser zentimeterdick gestanden haben.

Von Richard Sänger und Andreas Brandl