Freiwillige Feuerwehr Herzogenaurach e.V.


Gefahrenabwehr und Umweltschutz

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Aktuelle Fahrzeugzusammenstellung des ABC-Zuges:
ELW, HLF 20/16 und GW

Mit der Neuordnung des Katastrophenschutzes in den 90er Jahren wurden die früher selbständigen ABC-Fachdienste in die Feuerwehren integriert. Das „ABC" steht dabei für die Abwehr atomarer, biologischer und chemischer Gefahren.

Historie:
Der Landkreis Erlangen-Höchstadt übernahm 1996 einen ABC-Zug von der Stadt Nürnberg. Das für öffentliche Sicherheit und Ordnung zuständige Sachgebiet 30 der Kreisverwaltungsbehörde beauftragte die Feuerwehr Herzogenaurach mit der Eingliederung des ABC-Dienstes in das Gefahrstoff-Konzept der Feuerwehr des Landkreises. Die Eingliederung brachte wesentliche Veränderungen in den Bereichen
Organisation, Ausbildung und Einsatz mit sich.
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Dekontaminations-Mehrzweck-Fahrzeug DMF Baujahr 1978

Waren die ABC-Fachdienste vorher vor allem für den sogenannten erweiterten Katastrophenschutz (Verteidigungsfall) im Rahmen der Gesamtverteidigung der Bundesrepublik Deutschland zuständig, so verlagerte sich der Schwerpunkt des möglichen Einsatzspektrums nun vor allem in Richtung „typischer"
Feuerwehreinsätze mit gefährlichen Stoffen, auch unterhalb der Katastrophenschwelle. Der ABC-Dienst übernimmt aufgrund seiner Ausstattung die Aufgaben Erkundung und Dekontamination und stellt somit - vor allem im Bereich der Dekontamination - eine ideale Ergänzung für die bestehenden Feuerwehr-Gefahrstoffzüge dar. Der ABC-Dienst kommt als unterstützende Komponente immer dann zum Einsatz, wenn Erst-Einsatzkräfte erschöpft sind oder wenn große ABC-Lagen umfangreiche Dekontaminationsmaßnahmen über lange Zeit erforderlich machen. Rückblickend kam die Einheit aus dem Landkreis Erlangen-Höchstadt auch während des Elbe-Hochwassers in Dresden 2002, bei der Sturmflut im Regnitzgrund 2007 oder bei der sog. „Eichenprozessionsspinner-Lage" im Landkreis ERH zum Einsatz.
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Auch hier im Einsatz: Kontrolle von Filteranlagen, die vorher sachgerecht entsorgt wurden!

Nachdem ABC-Lagen naturgemäß an Landkreisgrenzen nicht halt machen, wurde von Beginn an die Zusammenarbeit mit den Schwester-ABC-Einheiten der benachbarten Gebietskörperschaften forciert. Mittlerweile kann hier auf eine mehr als 15-jährige Partnerschaft mit den ABC-Komponenten der Feuerwehren Erlangen (Kosbach) und der Stadt Fürth zurückgeblickt werden.
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Gemeinsamer Einsatz der Schwesterneinheiten bei
Kontrollmessungen
Erkundungskraftwagen ErkKW der ABC-Einheit Stadt Fürth
Baujahr 2001


Auch die Führungsausbildung des ABC-Dienstes trägt dem Umstand Rechnung, dass der ABC-Dienst in erster Linie bei Großschadenslagen zum Einsatz kommt (stabsmäßige Führung). Geleitet wird der ABC-Dienst Erlangen-Höchstadt vom Fachbereichsleiter für Katastrophenschutz / ABC-Schutz, Kreisbrandinspektor Norbert Rauch. Geführt wird der ABC-Dienst (ABC-Zug) von Karsten Sänger und Stefan Lehner (Zugführer bzw. stellvertretender Zugführer).
Seit 2012 verfügt der ABC-Zug, nach einigen Jahren ohne eigenes Fahrzeug, wieder über einen Gerätewagen mit Sonderausstattung für den ABC-Einsatz. Die Mannschaft gliedert sich in Zugtrupp, Erkundungsgruppe sowie den Dekongruppen. Für unterschiedliche Dekontaminations-Stufen rücken folgende Fahrzeuge aus:
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Dekon „klein": ELW, HLF 20/16, GW Dekon „groß": ELW, HLF 20/16, GW, GW L 2

Auszugsweise einige Geräte des Gerätewagen ABC.
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Gerätschaften für die sog. kleine Dekonstraße, Auffangwannen, Duschzelt,
Beleuchtungssatz, Schutzanzüge, etc.

Ideell und finanziell unterstützt wird der ABC-Dienst des Landkreises Erlangen-Höchstadt von der Interessengemeinschaft für Katastrophenschutz, Selbstschutz und Notfallvorsorgeplanung e.V. Der Verein gründet auf einer Initiative von Kreisbrandinspektor und Oberstleutnant der Reserve Norbert Rauch, der mit der Idee, einen landkreis- und institutionsübergreifenden Katastrophenschutzverein zu gründen, die stellvertretende Landrätin und stellvertretende Bezirkstagspräsidentin, Karin Knorr, sofort überzeugen konnte. Gemeinsam war es dann möglich, namhafte Persönlichkeiten als Gründungsmitglieder zu gewinnen, so z. B. den Bayerischen Innenminister Joachim Herrmann, den Bundestagsabgeordneten Stefan Müller, die Erlanger Stadträte Fred Milzarek und Adam Neidhardt sowie Vertreter von Polizei, den Rettungsdiensten sowie der Bundeswehr.
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 Gemeinsame Übung mit den „Schwesterneinheiten"

Der ins Vereinsregister eingetragene gemeinnützige Verein möchte die persönliche Sicherheit der Bürgerinnen und Bürger bei Katastrophen und anderen schweren Unglücksfällen fördern und erhöhen. Er ist keine Konkurrenz zu bestehenden Einrichtungen bzw. zur Arbeit der verschiedenen Behörden in diesem Bereich, - sondern im Gegenteil - dazu gegründet, die Tätigkeit der verschiedenen Katastrophen- und Selbstschutzeinrichtungen zu unterstützen und zu vernetzen. Gerade in Zeiten knapper Kassen halten die Gründungsmitglieder eine behörden- und institutionsübergreifende Unterstützungseinrichtung für sehr sinnvoll und wünschenswert. Der Verein möchte eng mit den Feuerwehren, den Rettungsdiensten, der Polizei und den verschiedenen politischen Ebenen zusammenarbeiten. Er widmet sich auch der Förderung der Zusammenarbeit mit der Bundeswehr im Rahmen der Zivil-Militärischen-Zusammenarbeit und hält zu diesem Zweck enge Verbindung zur Bundeswehr. (www.IKSN.de)
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Eichenprozessionspinner" im Landkreis Erlangen-Höchstadt

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Überörtlicher Einsatz Elbe-Hochwasser in Dresden 2002
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Auslandseinsatz nach Unwetter in Frankreich

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Versorgung mit Frischwasser und Duschen 
im Hochwassergebiet Pirna
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Gruppenfoto anlässlich einer Großübung in Neundorf/Aurachtal 2010 mit allen beteiligten Einheiten
(Feuerwehr Erlangen, Feuerwehr Fürth und Bundeswehr)

Text und Fotos: Thomas Birkner & Kreisbrandinspektor Norbert Rauch