Freiwillige Feuerwehr Herzogenaurach e.V.

Ein bayernweit nicht alltägliche Katastrophenschutzübung: In Neundorf (Kreis Erlangen Höchstadt) haben Soldaten und zivile Rettungskräfte zwei Tage lang den Ernstfall mit Giftstoffen trainiert.

vom 26. Juni 2010  von: Richard Sänger


Es war etwas Besonderes, was sich zwei Tage lang im Aurachtaler Ortsteil Neundorf abspielte. Es wurde die Zusammenarbeit bei Katastrophen zwischen den zivilen Einheiten, wie Feuerwehr, Technisches Hilfswerk und Sanitätsorganisationen geübt.

Wie der Pressesprecher des Kreisfeuerwehrverbandes, Thomas Birkner, erläuterte, ist eine gemeinsame Übung zwischen dem Unterstützungskommando der Bundeswehr und einem ABC-Zug eines Landkreises ziemlich einmalig in Bayern.

Die Bundeswehr-Einheit bei der Übung in Neundorf wurde geführt von Oberstleutnant d. Res., Prof. Dr. Friedwart Lender. Der ABC-Zug des Landkreises ERH stand unter der Führung von Zugführer Karsten Sänger.

Die zwei Tag vor Ort war auch der Fachdienstleiter ABC-Schutz des Landkreises, Kreisbrandinspektor Norbert Rauch. Die Einheiten rückten am Freitagnachmittag in Neundorf an und bezogen auf einer Wiese am Ost-westlichen Ortsende Quartier.
Am ersten Abend und während Nacht, stand vor allem die Einzel- und Gruppenausbildung auf dem Programm. So mussten Gefahrstoffe erkannt und analysiert werden.

Das Aufspüren von Gefahrstoffen wurde ebenso trainiert, wie die Dekontamination (Entgiftung) der betroffenen Personen.
Von den Übungsgruppen positiv aufgenommen wurde, dass Matthias Görz, Sachgebietsleiter für öffentliche Sicherheit und Ordnung des Landratsamtes Erlangen-Höchstadt, den Abend bis um Mitternacht bei den Einheiten verbrachte.
Versorgt, mit einer Feldküche, wurden die Einheiten vom BRK-Adelsdorf. Der ABC-Dienst des Landkreises, der bei der Freiwilligen Feuerwehr Herzogenaurach stationiert ist, wurde vom ABC-Dienst Erlangen-Kosbach und der Stadt Fürth unterstützt. Mit eingebunden war auch die Freiwillige Feuerwehr Neundorf.
Die Zusammenarbeit mit den Nachbareinheiten wurde ausdrücklich gelobt, letztendlich ist diese im Ernstfall auch dringend notwendig.

Der Bund hat sich vor Jahren aus der Verantwortung für den Katastrophenschutz zurückgezogen und den Landkreisen die Fahrzeuge angeboten. Der Landkreis ERH nahm damals die Schenkung nicht an, dafür sprang die Stadt Herzogenaurach in die Bresche. Aber irgendwann besiegelte der TÜV das Ende und neue Fahrzeuge wurden nicht mehr beschafft.
So wurden die finanziellen Mittel für den ABC-Zug in den letzten Jahren drastisch gekürzt und der ABC-Zug muss bei Ausbildung und Übungen auf Kräfte, wie Fürth, Erlangen oder auf Feuerwehrfahrzeuge zurückgreifen. Die Kosten für die Übung trugen die Helfer selbst und wurden unterstützt von der Interessengemeinschaft für Katastrophenschutz, Selbstschutz (IKSN).