Freiwillige Feuerwehr Herzogenaurach e.V.

Herzogenaurach(DB2) Eine Gruppe von insgesamt 17 Atemschutzgeräteträgern aus Herzogenaurach ergriff die Chance um in einem dreistöckigen Mehrparteienhaus eine Realbrandausbildung abzuhalten. Die Gebäude stellte derzeit die Fa. GEWOBAU für verschiedenste Hilfs- und Sonderorganisationen zu Übungs- und Ausbildungszwecken bis zum endgültigen Abriss zur Verfügung.

In Absprache mit der FF Erlangen, die den Zutritt zu den Räumlichkeiten gewährte, stand den Herzogenauracher Kameraden ein ganzer Gebäudetrakt drei Tage lang für bestimmte Zeit frei. Angerückt mit einem GW-L2 zur Versorgung mit Licht und Strom, Atemschutzgeräten, Wechselkleidung, Heizgeräten und sozialer Verpflegung, sowie einem Glossary Link HLF 20 als Angriffsfahrzeug mit 2000 l Wasser, 200 l Schaummittel ausgerüstet mit einer Schaumzumischanlage, nahmen an zwei von drei Tagen insgesamt 8 PA-Trupps an den Heißübungen teil.

Voraussetzung für die Teilnahme an dieser praktischen Weiterbildung war neben der gültigen G26.3 Untersuchung ein dreistündiger Unterricht zu den Themen Vorgehen im Brandraum, Hohlstrahlrohrtraining und „Schlauchpaket", Feuer- und Rauchbeurteilung, sowie Hinweise auf Gefahren und UVV. Die Initiatoren und Ausbilder Sebastian Hagen, Christian Matthäus, Moritz Diekmann und Patrick Dreher investierten viel Zeit und „know how" um die wichtigen Dinge im Atemschutzeinsatz realistisch aufzeigen zu können. Nach der Bestätigung der allgemeinen Tauglichkeit jedes einzelnen Teilnehmers wurde am vergangenen Montag die erste Übungseinheit abgehalten. Befeuert wurden die Räume mit Holz, was sich somit in einem kontrollierbaren Rahmen hielt. Zur Verfügung standen hierbei zwei Wärmebildkameras, wobei ein Ausbilder-Trupp bei jeder Übung zusätzlich mit einem C-Rohr und einer Wärmebildkamera in der Brandwohnung als Beobachter fungierte. Die WF Schaeffler stellte hierfür eine MSA Auer Evolution zur Verfügung.

Für jede Übung wurden zwei nacheinander vorgehende PA-Trupps eingesetzt. Anders als im Einsatzfall ging es hier primär um das richtige Vorgehen im Brandraum und die Brandbekämpfung, was der erste Trupp jeder Übung in Angriff nahm. Das Aufsuchen je einer verletzten Person in Form einer Übungspuppe sowie die Unterstützung des ersten Trupps übernahm dann der nachrückende Trupp. Somit konnten an einem Tag drei Übungen durchgeführt werden. Der Einsatz von Netzwasser, ein Löschwasser mit geringer 0,1 – 0,3 % Zumischrate von Netz- bzw. Schaummittel, das die Oberflächenspannung des Wassers bricht und somit besser in das Brandgut eindringt, zeigt seit dem Einsatz von Schaumzumischanlagen eine beachtliche Verbesserung des Löscherfolgs. Auch die Einsparung der Wassermenge und somit die Minderung des "Wasserschadens" ist hier ein spürbarer Faktor. Ebenfalls ein Thema war die Einsatzstellenhygiene nach Brandeinsätzen sowie die Handhabung kontaminierter Einsatzkleidung.

Initiiert wurde diese Realbrandausbildung von den genannten aktiven Kameraden des Fachbereichs Atemschutz/Ausbildung, was bereits vor einigen Jahren schon zwei Mal in leer stehenden Abrisshäusern im Herzogenauracher Stadtgebiet möglich gemacht werden konnte. Desweiteren wurde einer der drei Tage für ausgebildete Türöffnungskräfte zur Übung genutzt, Schlösser und Türen gewaltsam, oder auch mit anderen speziellen Mitteln der Feuerwehr nahezu schadensfrei zu öffnen, um im Ernstfall schnellen Zugang zu Räumlichkeiten zu verschaffen.

Den vollen Zuspruch und die eindrucksvolle Effektivität dieser Übungen bestätigten alle Teilnehmer und konnten die Tage ohne Zwischenfälle oder gar Verletzungen, jedoch mit weiteren Erfahrungen und Eindrücken zu Ende bringen. In diesem Sinne bedanken sich alle Beteiligten für die Bereitstellung der Gebäude und insbesondere für die Organisation durch die FF Erlangen und Frauenaurach.

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Text/Fotos Sebastian Weber