Freiwillige Feuerwehr Herzogenaurach e.V.

Bericht: KBI Stefan Brunner, Pressestelle KFV ERH e.V.
Bilder: Freiwillige Feuerwehr Herzogenaurach e.V.


Festkommers 150 HZA 737Höchstes Lob und Anerkennung, Tränen in den Augen vor Lachen und Gänsehaut-Feeling: Die Mischung, mit der die Freiwillige Feuerwehr Herzogenaurach e.V. begann, ihren 150.Geburtstag zu feiern, hätte vielfältiger nicht sein können.
Allein schon die Örtlichkeit, die die Verantwortlichen für den Festkommers gewählt hatten, war außergewöhnlich: Auf drei Ebenen der Puma-Plaza konnten sich die vielen hundert Festgäste zunächst einmal gemütlich bei einem Aperitif unterhalten und sich kulinarisch auf den Ehrenabend einstimmen lassen.
Punkt 19:00 Uhr konnte 1.Vorstand Thomas Geiger dann im Festsaal eine Vielzahl von Ehrengästen begrüßen, allen voran den Bayerischen Staatsminister des Inneren, für Bau und Verkehr, Joachim Herrmann. Sein besonderer Gruß galt dann dem Schirmherrn des Jubiläums, 1.Bürgermeister Dr. German Hacker, sowie den weiter anwesenden Bürgermeistern und Stadträten Herzogenaurachs, Landrat Alexander Tritthart, Stefan Müller MdB und Walter Nussel MdL. Von der „Feuerwehrschiene“ konnte er Brandamtmann Thomas Brückner von der Regierung von Mittelfranken, Kreisbrandrat Matthias Rocca, zahlreiche Kreisbrandinspektoren und -meister aus dem gesamten Landkreis sowie Stadtbrandrat Friedhelm Weidinger aus Erlangen willkommen heißen. Sein weiterer Gruß galt den Abordnungen der Patenwehren, allen voran der FF Zirndorf, mit der die Herzogenaurach Wehr nunmehr genau 112 Jahre verbunden sind, der „Patenkinder“, der Stadtteilwehren und der Werkfeuerwehr Schaeffler. Die weitesten Anreisen hatten die anwesenden Delegationen der Partnerfeuerwehren aus Nova Gradiska (Kroatien) und Wolfsberg (Kärnten). Neben ihnen konnte Geiger auch zahlreiche Abordnungen des BRK, des ASB, der Wasserwacht, der DLRG sowie des THW und der Polizei begrüßen. Sein großer Dank galt gleichzeitig auch den anwesenden Vertretern von Großfirmen und Banken, die sich als Top-Sponsoren für das Feuerwehrjubiläum zur Verfügung gestellt hatten.
Moderiert von Katrin Drebinger, die es sich zur Aufgabe gemacht hatte, charmant, aber zugleich professionell und „unerbittlich“ über die Einhaltung des eng gesteckten Zeitplans für den Abend zu wachen, standen danach Grußworte der Ehrengäste auf dem Programm:
Schirmherr Dr. German Hacker begann mit einem kurzen geschichtlichen Rückblick auf die Entstehung der Wehr, die ihre Ursprünge im Turnverein habe, der sieben Jahre zuvor gegründet worden war, und dessen Mitglieder einfach auch etwas Gutes tun wollten. In seiner Ansprache schwang Stolz über die Arbeit der Feuerwehr, über deren Notwendigkeit und Ausstattung es zu keinem Zeitpunkt Anlass zu Diskussionen gab und gäbe. „Kaum einer merkt, dass dies eine ehrenamtliche Wehr ist, und oft betrachten die Bürgerinnen und Bürger deren Arbeit als selbstverständlich. Gleichzeitig spiegelt dies aber die Professionalität wider, mit der die Feuerwehr Herzogenaurach, unabhängig von den Veränderungen bei den an sie gestellten Anforderungen, dem ständigen wachsenden Einsatzspektrum sowie den daraus erwachsenden Gefährdungen tätig wird!“, stellte das Stadtoberhaupt lobend fest. Der Feuerwehrverein mit über 1000 Mitglie-dern, der diese Arbeit fördert, sei keine Selbstverständlichkeit. Darüber hinaus leiste er einen großen Beitrag für die Städtepartnerschaft. Sein Dank galt aber auch den örtlichen Unternehmern, die die Feuerwehrleute zu Einsätzen und Ausbildung freistellen. Mit dem Wunsch an die Aktiven, stets gesund aus dem Einsatz zurückzukehren und im Ehrenamt die notwendige Anerkennung für ihre Arbeit zu erfahren, schloss Dr. German Hacker sein Grußwort.
Als „stolzes Jubiläum, das hervorragende Arbeit über viele Jahrzehnte hinweg belegt“, charakterisierte Staatsminister Joachim Herrmann den Anlass der Feierstunde. Starke Feuerwehren wie die in Herzogenaurach seien ein wichtiger Part in der öffentlichen Daseinsvorsorge und stets dafür da, dass man sich sicher fühlen könne. Zwar könnten niemals 100% Sicherheit garantiert werden, aber es werde sich stets um die bestmögliche Hilfe gekümmert. Dafür sorge in Bayern ein beispielloses ehrenamtliches Engagement von rund 450.000 Helfern in den Freiwilligen Feuerwehren, dem THW und den Rettungsorganisationen. Schon vor 30 Jahren sei er als damaliger Abteilungsleiter im Landratsamt beeindruckt gewesen von der Leistungsfähigkeit der FF Herzogenaurach und dem Rückhalt, den diese in ihrer Stadt habe. Doch trotz der enormen finanziellen Aufwendungen, die diese im Brandschutz betreibe, funktioniere das ganze System letztendlich nur durch die hervorragende und uneigennützige Arbeit der ehrenamtlichen Feuerwehrleute, von der sich viele Bürgerinnen und Bürger keine Vorstellung machen könnten: „Unsere Sicherheit hängt davon ab!“ 20, 30, 40 und noch mehr Jahre aktiver Feuerwehrdienst rund um die Uhr seien etwas ganz Besonderes. Die in dieser Zeit entstehenden Freundschaften und die Kameradschaft seien unbezahlbar und gebe ihnen etwas davon zurück, was der Feuerwehrdienst ihnen abverlange.
Landrat Alexander Tritthart überbrachte die Glückwünsche und den Dank des Kreistages, der Verwaltung sowie aller Bürgerinnen und Bürger. Die Arbeit der Feuerwehr Herzogenaurach gehe weit über ihr Jubiläumsmotto „Unsere Freizeit für die Sicherheit unserer Stadt“ hinaus und mache weder vor der Stadt- noch vor der Landkreisgrenze halt. Er wünschte der Jubelwehr, dass stets genügend junge Menschen bereit sind, hierfür Verantwortung zu übernehmen, denn: „Die Zukunft wird nicht einfacher!“.
25 von den 150 Jahren der Geschichte der FF Herzogenaurach durfte er selbst mitgestalten, seit er in die Jugendfeuerwehr eingetreten war, stellte Kreisbrandrat Matthias Rocca fest. Bei keinem anderen Verein oder einer anderen Organisation habe sich die Aufgabenstellung in den 150 Jahren so verändert wie bei der Feuerwehr. Und wenn man die viele Spezialisierungen be-trachte, die heutzutage notwendig sind, um den vielfältigen Aufgabenstellungen gerecht werden zu können, so müsste diese eigentlich „Universalwehr“ heißen. Er wünschte der Wehr einen erfolgreichen Verlauf ihrer Feierlichkeiten und hoffte, dass diese die Feuerwehr den Bürgern noch näher bringen werde.
Stellvertretend für alle Patenwehren überbrachte der Vorsitzende der FF Höchstadt a. d. Aisch, Jürgen Völlner, deren Glückwünsche: „Wir ziehen unseren Hut vor Euren Einsatzkräften, die eine hervorragende Arbeit leisten!“. Mit den besten Wünschen für die Festtage, gutes Wetter und viele Helfer übergab er ein Kuvert mit einem Geschenk an Vorstand Thomas Geiger.
Für die „Glorreichen Sieben“, wie er die Herzogenauracher Stadtteilwehren in seinem Grußwort augenzwinkernd nannte, gratulierte der 1.Kommandant der FF Niederndorf, Gerhard Heger, der Jubelwehr. Als Geburtstagsgeschenk brachten die Vertreter der Wehren einen Oberflurhydranten mit einer aufwändig gravierten Erinnerungstafel mit, der künftig das Foyer der Feuerwache zieren soll.
Mit dem Zitat „Wohltätig ist des Feuers Macht…“ aus Schillers „Die Glocke“ und einem Blick auf das Feuer in der Mythologie begann dann Herzogenaurachs 1. Kommandant Rainer Weber seine Ansprache. Im Jahre 1861 sei die erste Löschordnung durch den Magistrat der Stadt erlassen worden, 1868 dann die Freiwillige Feuerwehr aus dem Turnverein hervorgegangen. Zunächst war die Wehr recht spärlich ausgerüstet, erhielt aber bereits ein Jahr später ihre erste Handdruckspritze, inzwischen abgelöst durch einen topmodernen Fuhrpark. Als 25.Kommandant der Feuerwehr richtete er seinen persönlichen Dank an alle, die sich in irgendeiner Weise für die FF Herzogenaurach engagiert haben und wünschte sich, dass durch das Fest die kameradschaftliche Verbundenheit untereinander noch tiefer werden möge.
1.Vorstand Thomas Geiger stellte voller Stolz fest, dass die Feuerwehr Herzogenaurach e.V. mit weit über 1000 Mitgliedern Deutschlands grösster Feuerwehrvereins sei. Dass das Herz der Anwesenden aber wohl eher für regionale Fußballclubs schlägt, zeigte sich in deren Reaktionen auf Geigers scherzhafte Aussage, dass die Wehr sozusagen der „FC Bayern“ unter den Feuerwehren sei, der mit seiner Ausstattung in deren „Champions League“ spiele. Doch müsse man gleichzeitig auch sagen: „Die Ausstattung hat sich geändert, aber nicht die Einstellung!“
Weiter sollte er jedoch in seiner Ansprache nicht kommen, denn mit zackiger Marschmusik wurde die Bühne ab diesem Moment von der „Altneihauser Feierwehrkapell´n“ in Beschlag genom-men, deren Kommandant Norbert Neugirg mit gewohnt spitzer Zunge und Reimen den fränkischen Brandschutz im Allgemeinen und die Feuerwehr Herzogenaurach im Besonderen ins Vi-sier nahm. Immerhin sei diese erst gegründet worden, als man in der Oberpfalz bereits die ersten Feuerwehr-Jubiläen gefeiert habe. Aber auch über einige Anwesende war der Kabarettist bes-tens informiert, wie beispielsweise eine bislang weitgehend geheim gehaltene Aktion von KBR Matthias Rocca, der in jungen Jahren wohl ein Faible für Löschboote hatte, wobei die Jungfernfahrt der zusammen mit weiteren Kameraden konstruierten Variante mit Tragkraftspritze und Wasserwerfer nicht von Erfolg gekrönt gewesen sei und eine größere Bergungsaktion nach sich gezogen hätte. Respekt zollte Neugirg jedoch Ehrenkreisbrandrat Karl-Heinz Schalk, einem „Feuerwehrmann vom alten Schlag“, der dereinst, nur mit einem Taschentuch vor dem Mund, zur Erkundung in ein brennendes Haus gegangen sein und den Atemschutztrupps dann von innen durch das Fenster den Weg gewiesen haben soll. Einiges anhören musste sich auch Bürgermeister Dr. German Hacker, insbesondere auch für seine Parteizugehörigkeit, der zu Ehren die Musikanten Ennio Morricones bekannte Titelmelodie zu „Spiel mir das Lied vom Tod“ intonierten. Und über Landrat Alexander Tritthart verriet man, dass man diesen zufällig vor der Veranstaltung „“beim Vorglühen an der Tankstelle getroffen“ hätte, wo er darum gebeten habe, doch bitte in Neugirgs Ansprache auch erwähnt zu werden, wofür er eigens auch den Geldbeutel gezückt hätte. Offensichtlich war die Aktion aber von Erfolg gekrönt, endete die Laudatio auf ihn doch mit den Worten: „…gelobt sei Tritthart und gepriesen!“ Aber auch der Spielmannszug und dessen Getränkeverbrauch bei Fahrten zu Auftritten wurde auf´s Korn genommen. Lob hatte man hingegen für die „Nikoläuse“ der Feuerwehr übrig, die einmal zufällig zu einem Unfall hinzugekommen waren und sich auf Wunsch der verunfallten Mutter während des gesamten Einsatzes nicht ihrer Kostümierung entledigt hatten, um den Kindern nicht den Glauben an Knecht Ruprecht zu nehmen. Mit Tränen vor Lachen in den Augen und frenetischem Beifall verabschiedete das Publikum dann die als Überraschungsgast aufgetretene Kapelle, die sich selbst als „…das beste Orchester für robustes Publikum, schöner, erotischer und frischer, Bayerns Antwort auf Helene Fischer..“ bezeichnete.
Nachdem die Kapelle aus der Halle ausgezogen war, galt es auch für die Besucher, sich nach draußen zu begeben und zum Fackelzug aufzustellen. Begleitet von den Fahnenabordnungen der Paten- und Stadtteilwehren bewegte sich dann gegen 21:30 Uhr ein langer Zug zu den Klängen des Feuerwehr-Spielmannszug Höchstadt und des Wagnertanzgilde-Spielmannszugs Bad Windsheim durch die Stadt. Zahlreiche Bürgerinnen und Bürger ließen sich das nächtliche Spektakel nicht entgehen und säumten dabei die Straßen bis zur Feuerwache. Dort nahm der Zug im Karree Aufstellung, um am Großen Zapfenstreich zu Ehren des 150-jährigen Bestehens der Feuerwehr, befehligt von Kommandant Rainer Weber, teilzunehmen. Nach dessen Meldung an Dr. German Hacker schritten der Bürgermeister, Kommandant und Vorstand die angetretene Formation ab. Im Schein hunderter Fackeln intonierten dann die beiden Spielmannszüge und die Stadtjugendkapelle Herzogenaurach äußerst professionell zunächst die dreiteilige Serenade, gefolgt vom „Locken“ bis zum „Gebet“ mit dem Lied „Ich bete an die Macht der Liebe“. Mit der Bayernhymne und der deutschen Nationalhymne fand die sehr imposante und ergreifende Ver-anstaltung dann ihren würdigen Abschluss, und man darf gespannt darauf sein, was sich die Feuerwehr Herzogenaurach alles für ihr verlängerte Festwochenende im Mai hat einfallen las-sen, um diesen gelungen Auftakt der Jubiläumsfeierlichkeiten noch zu toppen.


{gallery layout="fixed"}_150Jahre/Festkommers/{/gallery}